Die Lilie und ihre Geheimnisse | Rosalie - Blumen online bestellen

Die Lilie und ihre Geheimnisse

Nur wenige Blumen gibt es, mit denen so viele Bedeutungen verbunden werden wie mit der Lilie: Liebenswürdigkeit, Reinheit, Liebe, Fruchtbarkeit, Weiblichkeit, Einheit und Vergänglichkeit – für all dies steht die Lilie, und das schon über viele Jahrhunderte hinweg. Seit der Antike findet sie in der Literatur Erwähnung, sowohl in alten japanischen Schriften als auch in mittelalterlichen karolingischen Texten und natürlich auch in der Bibel. Aus Kreta kennen wir Friese aus der frühen minoischen Zeit (ab ca. 2500 v. Chr.), auf denen Lilien abgebildet sind. Und von der kleinen griechischen Insel Santorin kommt die älteste bekannte Darstellung einer Lilie; sie stammt aus der Bronzezeit und hat das stattliche Alter von rund 3500 Jahren.

Die alten Griechen erzählten sich, die Lilie sei die Blume der Hera. Als Herkules von den Brüsten der Schwester des Zeus trank, verschüttete er einige Tropfen der göttlichen Muttermilch, und aus diesen entstand die Blume. Wen ihre Schönheit und Reinheit allerdings ärgerte, war die Göttin Aphrodite, die kurzerhand einen Eselsphallus als Stempel ergänzte. Dieser wiederum ärgert uns bis heute, da der Blütenstaub alles gelb einfärbt, was ihn berührt.

Auch Frauengestalten in der Bibel bekamen die Lilie an ihre Seite gestellt. So wird beispielsweise Susanna (von hebräisch „shushan“ = „die Lilie“), die von zwei abgewiesenen Verehrern vor Gericht gebracht und des Ehebruchs beschuldigt wurde, oft mit dieser Blume als Symbol ihrer Reinheit dargestellt. (Eine unabhängige Zeugenbefragung der beiden Herren ergab übrigens, dass Susanna ohne Fehl und Tadel war.) Und natürlich wird auch die Heilige Jungfrau Maria sehr gerne mit der Lilie als Zeichen ihrer immerwährenden Jungfräulichkeit dargestellt.

Möglicherweise begünstigte die phallische Form des Stempels die Verknüpfung mit der Symbolik der Reinheit. Eine andere Erklärung könnte in ihrer Beschaffenheit begründet liegen, nämlich in dem Umstand, dass sich die Zwiebel der Lilie aus sich selbst heraus erneuern und vermehren kann, woraus sich symbolisch eine Art Reinheit ableiten lässt.

Wenden wir unsere Aufmerksamkeit nun nach Japan, wo die Lilie als Zeichen für Gesundheit gilt und ein wichtiger Teil der shintoistischen Riten ist. Sie hat dort so einen hohen Stellenwert, dass seit dem Jahr 702 n. Chr. zu ihren Ehren in der ehemaligen Hauptstadt Nara jährlich am 17. Juni ein Lilienfest stattfindet. Eine Reise dorthin ist sicher ein Erlebnis.

Auch in Frankreich war man von der Lilie so begeistert, dass sie sich dort als Zeichen der Monarchie etablierte. Der Legende nach überreichte im tiefsten Mittelalter ein Engel dem Merowinger-König Chlodwig I. eine Lilie. Zeitweise wurde diese Legende dahingehend interpretiert, dass man die königliche Autorität direkt von Gott, also ohne die Vermittlung eines Papstes erhalten habe – was dem Vatikan verständlicherweise nicht sehr gefiel.

Dann gibt es noch die Pfadfinderlilie. Die Lilie schmückte in früheren Zeiten oftmals die Spitze einer Kompassnadel und wurde somit als Zeichen von Beständigkeit und Treue zum Symbol für diese weltumspannenden Organisation. Die drei Lilienblätter ihrerseits verweisen auf die drei Haupttugenden der Pfadfinderinnen und Pfadfinder: Freimut, Reinheit und Hingabe.

Auch in zahlreichen Gedichten wurden die Lilie geehrt, unter anderem in „Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne“ von Heinrich Heine:

Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,

Die liebt’ ich einst alle in Liebeswonne.

Ich lieb’ sie nicht mehr, ich liebe alleine

Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;

Sie selber, aller Liebe Wonne,

Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.

Heute ist die Kraft der Symbolik zurückgegangen, und wir genießen vor allem ihre elegante Schönheit und erfreuen uns an ihrer langen Haltbarkeit in der Vase. Dennoch sollte man aufpassen: Weiße Lilien sind nach wie vor ein beliebter Schmuck bei Beerdigungen und sollten aus diesem Grund besser nicht verschenkt werden.

Rosalies Pflegetipps für Lilien:

  • Damit die Blumen viel Wasser aufnehmen können, empfiehlt es sich, die Stiele schräg anzuschneiden.
  • Lilien mögen eine frisch ausgewaschene Vase mit kaltem Wasser. Am besten das Wasser alle zwei Tage wechseln.
  • Lilien mögen keine Zugluft und stehen nicht gerne in der prallen Sonne.

 

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